Schon seit einem Vierteljahrhundert sorgt der JazzClub Drosendorf dafür, dass die Freunde der gepflegten Jazzmusik auch im Thayatal auf ihre Kosten kommen. Was als kleine Initiative des Jazzenthusiasten Hannes Fröhlich begann, hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zum fixen Treffpunkt der Jazzszene Österreichs und darüber hinaus entwickelt.
Nach dem ersten erfolgreichen Konzert im spärlich adaptierten Rübenkeller des mittelalterlichen Bürgerhauses neben dem Gemeindeamt am Drosendorfer Hauptplatz, war für Hannes Fröhlich klar, dass er für seine Passion den richtigen Ort gefunden hatte, und der JazzClub Drosendorf wurde gegründet. Das Gewölbe hatte die richtige Atmosphäre für einen Jazzkeller und auch der damalige Bürgermeister Franz Krestan erklärte sich mit dieser Nutzung einverstanden. Seit damals verfolgt der JazzClub Drosendorf das Ziel, ein qualitativ hochwertiges Programm, auch abseits vom Mainstream, zu erschwinglichen Preisen anzubieten.
Der Club bietet insbesondere heimischen Jazzmusikern eine Präsentationsplattform und durch die Interaktion mit arrivierten nationalen und internationalen Kollegen im Rahmen einer sehr ambitionierten Programmgestaltung will der JazzClub Drosendorf deren Entwicklungspotenzial fördern und seinem Publikum die aktuellen Entwicklungen im Jazz hautnah präsentieren. Dementsprechend ambitioniert und künstlerisch ehrgeizig präsentiert sich auch wieder das heurige Programm der Kellerbühne. Am Programm stehen nicht nur bekannte Größen wie das Herbert-Swoboda-Quintett, Denise Gordon & das Vienna-Swing-Quartett, das Christian-Helmreich-Quintett oder das Mátyás-Bartha-Trio feat. Scott Robinson, auch das Andreas-Mayerhofer-Quartett feiert mit einem Auftritt auf der Drosendorfer Kellerbühne den 100. Geburtstag von Miles Davis und zollt der Jazzlegende damit konzertanten Tribut. Gegen Jahresende gibt das Bernd-Reiter-Quintett unter dem Titel „Miles Davis – John Coltrane Centennial“ ein Konzert. Den Schlusspunkt im heurigen Konzertprogramm des JazzClub setzt Saxofour kurz vor Weihnachten.
Ganz im Zeichen des Themas „Frau“ steht 2026 das Konzertprogramm von Geras klingt. Klaudia Tandl und Gisela Jöbstl eröffnen das Jahr mit „Kennen Sie Lili Boulanger“, im April kommen Agnes Palmisano, Daniel Fuchsberger und Andreas Teufel mit „Nestroy und die Frau Weiler“ auf die Bühne des prächtigen Marmorsaals des Stifts Geras, gefolgt von Maria Radutu und Sophie Heinrich mit „All About Eve“ sowie Lisa Hofmaninger und Helmut Jasbar mit „Der Mut der Orchidee“ im September. Die Saison beschließt Geras klingt mit Soloharfenistin Charlotte Balzereit, die als erste Frau Mitglied der Wiener Philharmoniker wurde. Der Verein Geras klingt wurde auf Initiative von Gerlinde Hofbauer gegründet, die seit vielen Jahren im kulturellen und musikalischen Bereich in Geras aktiv ist. Aus ihrer Leidenschaft für Musik entstand die Idee, Menschen aller Altersgruppen über musikalische Aktivitäten miteinander zu verbinden. Der Verein organisiert Konzerte, Workshops, musikalische Begegnungen und kulturelle Veranstaltungen, die das gesellschaftliche Leben des Waldviertels weit über Geras hinaus bereichern. Unter anderem mit einem mehrtägigen Open-Air-Festival am Lindenhof-Areal feiert die Stadt Raabs im Juni des heurigen Jahres ihr 100-jähriges Jubiläum zur Stadternennung. Bei dem Festival werden namhafte Künstler und Künstlerinnen wie AUT of ORDA, Ina Regen und Caro Fux gemeinsam mit Kunstschaffenden aus der tschechischen Partnerstadt Jemnice auftreten.
Nur wenige Kilometer nördlich von Raabs, in Weikertschlag an der Thaya, hat der Kulturverein 9erHaus re-loaded seine Basis. Der Verein organisiert kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Kabaretts, Lesungen und Ausstellungen und er schafft es regelmäßig, Acts von überregional bekannten Kunstschaffenden auf seine Bühne in der kleinen Ortschaft nahe der tschechischen Grenze zu bringen. Zu Redaktionsschluss war noch kein aktuelles Programm verfügbar, es wird aber zeitnah auf der Website des Vereins abrufbar sein. Die starke Präsenz von Musik- und Performance-Events darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Region Thayatal auch moderne bildende Kunst eine starke Basis hat. Die wichtigsten Ausstellungsräume im Thayatal, die sich in den vergangenen Jahren einen exzellenten Ruf als Präsentatoren moderner Kunst erarbeitet haben, sind die Galerie im Lindenhof in Raabs, die Kunstfabrik in Groß-Siegharts, der Kulturkeller Dobersberg und die Kunst.Galerie.Waldviertel in Waidhofen. Ebenfalls in jedem Fall sehenswert sind auch die Kunstausstellungen der Kulturbrücke Fratres, die im ehemaligen Gutshof von Fratres regelmäßig Arbeiten internationaler Kunstschaffender zeigt. Bestandteil der Kulturbrücke ist auch das Museum Humanum mit einer beeindruckenden Schau von Kleinplastiken, Kultgegenständen, Insignien, Amuletten und frühen Werkzeugen aus der Sammlung Peter Coreth.
Nicht zuletzt kommen auch Cineasten im Thayatal auf ihre Rechnung. Dafür zuständig ist seit über drei Jahrzehnten der Filmclub Drosendorf. Der Filmclub betreibt im altehrwürdigen und über 100 Jahre alten Kinosaal des Gasthofs Failler ein Programmkino, das ganzjährig Filme mit künstlerischem Anspruch und aktuellem Bezug im Programm hat. Immer wieder gibt es auch Premieren und cineastische Größen wie beispielsweise Ulrich Seidl waren bereits im Drosendorfer Kino zu Gast und präsentierten ihre Filme.
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