Ihrem geliebten „Weidetier“ Karpfen, wie Andreas Kainz seine Schützlinge gerne betitelt, haben die beiden Teichwirte jetzt ein Denkmal gesetzt. Beinahe fünf Meter groß prangt die Skulptur eines silberfarbenen Karpfens unübersehbar in der Mitte des kürzlich fertiggestellten Kreisverkehrs vor den Toren Waidhofens. Geschaffen wurde das Kunstwerk von dem Bildhauer Günther Prokop, der schon mit seiner monumentalen Waldrapp-Skulptur das Bild der Stadt prägt.
Aber nicht nur, dass Waidhofen damit um ein weiteres Wahrzeichen reicher ist, weist der silberne Karpfen Besuchern auch den Weg zum unmittelbar an den Kreisverkehr angrenzenden Anwesen der Familie Kainz, wo die beiden Brüder die Produkte ihres Betriebs in einem kleinen Shop ab Hof zum Verkauf anbieten. Der Ab-Hof-Verkauf von Speisefischen findet von März bis Weihnachten freitags von 09:00 bis 14:00 Uhr statt. Gesonderte Öffnungszeiten gibt es zu Weihnachten, zu finden auf www.waldviertelfisch.at. Am Hof der Gebrüder Kainz gibt es aber nicht nur wohlfeilen, frischen Fisch, gerne geben die beiden auch Auskunft über die besonders naturnahen und artgerechten Zuchtmethoden ihres Betriebs. Zwei Drittel des Nahrungsbedarfs müssen sich die Karpfen aus dem Teich beschaffen, lediglich ein Drittel wird zugefüttert. Das Getreide, das dafür verwendet wird, kommt ausschließlich aus der Region und so wie in längst vergangenen Zeiten werden bei der Produktion kaum Maschinen eingesetzt und die Fische werden bei der Ernte besonders schonend behandelt.
Diese tier- und naturschonende Fischzucht, die im Waldviertels seit Jahrhunderten gepflegt wird, wurde im vergangenen Jahr von der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen in die Liste der Globally Important Agricultural Heritage Systems aufgenommen. Mit dieser hohen Auszeichnung wurde die Waldviertler Karpfenzucht in den Rang eines landwirtschaftlichen Weltkulturerbes erhoben – das erste Niederösterreichs und das einzige ausgezeichnete Aquakultursystem Europas.
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